Regionaler Honig

 

Am besten ist es, den Honig vom Imker um die Ecke zu beziehen. Die Gründe, die für regionalen Honig sprechen, sind vielfältig. Da sind zum einen die gesundheitlichen: Honig enthält keimhemmende Stoffe und Blütenpollen, die das Immunsystem aktivieren. In einem Teelöffel naturbelassenen Honigs finden sich 20 000 bis 100 000 Pollen. Kommt er aus der Region, enthält er exakt die Polleninformation, die man braucht - nämlich die Pollen, die man auch täglich einatmet.

Diese genau passende "Pollenkur" stabilisiert die Abwehr und reduziert Allergien. Pollenallergiker sollten es ausprobieren: Naturbelassene Honige, die in einem Umkreis von rund 10 Kilometern um das Wohngebiet herum erzeugt wurden, zu essen, kann zu einer deutlichen Linderung der Allergie führen.

Regionale Imker gibt es fast überall, sogar in Grossstädten, wo man sie weniger wahrnimmt.

Auch die Geschmacksvielfalt von regionalem Honig ist phänomenal. Honig bildet auf ehrliche Art die botanische Vielfalt einer Region, ja sogar einer einzelnen Wiese ab. Der Duft, der einem aus dem Glas entgegensteigt, lässt den Eindruck aufkommen, man stünde mitten in der Landschaft, in der die Bienen ihren Nektar gesammelt haben. Der Geschmack des Honigs aus der nahe gelegenen Imkerei vermittelt das Gefühl, zu Hause zu sein. Ein guter Grund regionalen Honig zu kaufen, kann also auch das Interesse für die Landschaft, in der man
lebt, sein. Über die sensorischen Eindrücke, die man mit dem Honig erfährt, nimmt man diese vielleicht ganz neu wahr.

Besonders regionale Mischhonige bilden die Landschaft sinnlich ab. Denn sie vereinen all ihre Gerüche in sich. Auch Jahreszeit und Witterung spielen eine wichtige Rolle. In einem Jahr kann der Honig von ein und demselben Imker anders schmecken, als im folgenden.

Das Aroma, die Konsistenz und die Farbe regional erzeugter Honige variieren also je nach Lage, Jahreszeit und Erntejahr.

Ihre Vielfalt zu entdecken, eröffnet eine neue, süsse Honigwelt. Nur die flächendeckende Präsenz der Imker in der Schweiz garantiert den Erhalt der Geschmacksvielfalt, der Bestäubungsleistung und des gesundheitlichen Wertes des Honigs.

 

Quelle: Die Welt des Honigs von Simone Hoffmann