Camping - Tipps

Die Meinungen und Erfahrungen gehen z.T. weit auseinander. Ich möchte hier unsere Erkenntnisse weitergeben.

 

Camping - Hotel - Ferienwohnung

Im Gegensatz zum Hotel ist das Campieren wesentlich lockerer. Man kann sich zudem, wenn gewünscht, selber versorgen und kann dem Rhythmus folgen, welcher einem gelegen kommt. Es müssen z.B. keine festen Essenszeiten eingehalten werden.

Die Campingplätze sind in aller Regel an sehr schönen Orten gelegen. Mitten oder am Rand von Naturschutzgebieten, direkt am See, Fluss oder Meer.

Insbesondere für Ferien gemeinsam mit Kindern ist der Campingplatz eine gute Wahl. Die Kinder können sich austoben und die Ferien in vollen Zügen geniessen. Die Eltern müssen nicht dauernd genervt für Ruhe sorgen und der Jungmannschaft hinterher hetzen

Camping hat heute nichts mehr mit spartanischen Ferien zu tun. Wir gehen auf Campingplätze *** oder höher. Hier sind in aller Regel einmalige Bedingungen vorhanden Die sanitären Anlagen sind z.T. sogar aussergewöhnlich grosszügig und schön und in aller Regel sehr sauber.

Wenn möglich, insbesondere für längere Ferien, versuchen wir einen Platz zu erhalten mit Strom, fliessend Frisch- und Abwasser. Teilweise ist auch ein Fernsehanschluss vorhanden und schon fast die Regel hat auch das Internet Einzug gehalten.

Nicht ganz zu vernachlässigen sind die Kosten. Eine Parzelle für einen Wohnwagen, ein Auto und zwei Personen kostet im billigsten Fall so um die Fr. 25.- im teuersten Fall um die Fr. 50.- (Castel Camping einsamster Klasse) pro Nacht.

Eher negativ ist zu vermerken, dass die Rücksichtnahme und die Hilfsbereitschaft in den letzten Jahren abgenommen haben. Insbesondere ältere Ehepaare reisen mit dem übergrossen Wohnmobil an, steigen kurz aus um den Strom anzuschliessen und leben für sich alleine. Der Kontakt zu anderen Camper hat so schon stark gelitten.

 

Wohnanhänger - Wohnmobil

Wir sind nach wie vor mit dem Wohnanhänger unterwegs. Diese Art des Campierens hat den Vorteil, dass das Zugfahrzeug für den normalen Gebrauch zur Verfügung steht. Mit diesem kann im Gegensatz mit dem Wohnmobil, auch z.B. mitten in einer Stadt, in einem Parkhaus unter engen Verhältnissen parkiert werden. Auch gibt es heute immer mehr Bereich, z.B. Hafengebiete, Parkanlagen und dergleichen, welche mit einer Höhenbeschränkung versehen sind. Ausflüge, auch weiter als mit dem Fahrrad erreichbar sind mit dem PW einfach möglich. Die vermeintliche Mobilität mit dem Wohnmobil beschränkt sich damit auf einen schnellen Wechsel des Campingplatzes und der Region. Bei entsprechender Vorbereitung ist dies aber auch mit dem Wohnwagen möglich. Mit dem installierten Mover und der Markise ist dies auch mit dem Wohnanhänger mehr oder weniger bequem möglich.

Weiter fährt man nicht gerade mit der ganzen Wohngelegenheit davon, wenn man irgendwohin fahren will. Insbesondere bei unterschiedlichen Interessenlagen nicht zu unterschätzen. Der Wohnwagen bleibt auf dem Campingplatz, wenn jemand z.B. einkaufen geht.

Es ist zudem auch eine Kostenfrage. Ein Wohnanhänger kostet um die Fr. 20'000.-, auf dem Occasionsmarkt noch wesentlich billiger. Ein Wohnmobil kostet schnell mal Fr. 70'000.- und wesentlich mehr. Dies für ein paar wenige Wochen Ferien.

Trotzdem sind die Wohnmobile ganz klar auf dem Vormarsch. Im Augenblick (2016) nimmt der Verkauf von Wohnmobilen rasant zu, derjenige von Wohnwagen bleibt konstant.

 

Vorzelt

Mit den Kindern hatten wir immer ein Vorzelt dabei. Mit der Familie braucht es einfach Platz.

Seit wir zu Zweit unterwegs sind haben wir ein Sonnenvorzelt mit Glasfaserstangen dabei.

Dieses ist im Gegensatz zu einfachen Sonnensegel sturmfest und kann auch bei unwirtlichen Wetterverhältnissen mit den beiden Seitenwänden noch angenehm sein.

Im Gegensatz zum Vorzelt ist das Sonnenvorzelt innert kürzester Zeit montiert und man haut nur einen Bruchteil der Heringe in den Boden.

Für Kurzaufenthalte haben wir seit neuem eine Markise installiert. Diese ist allerdings nicht sturmfest.

 

Sturmband

Ich werde immer wieder belächelt, wenn ich bei schönstem Wetter mein Sturmband montiere. Ich bin aber schon oft froh gewesen. Gibt dieses bei Gewitter oder Sturm doch die Gewissheit, dass das vorne offene Vorzelt auch wirklich stehen bleibt. Echte Probleme haben oft Camper mit Sonnensegel oder mit den fest montierten Sonnenstoren. Diese sind alles andere als Wetterfest.

Das Sturmband besteht aus zwei massiven Winkelprofilheringen, welche ich mit einem Zimmermannshammer in den Boden schlage und einem Spannband, welches ich schön gerade hinter dem vordersten Teil des Sonnenzeltes verlege.

 

Gas

Wir haben unseren Wohnanhänger umbauen lassen auf einen Anschluss für die blauen Gasbehälter. Davon haben wir immer zwei dabei, dh. wenn eine leer wird, kann diese schnell gewechselt werden. Im Gegensatz zu den grossen Standardgasflaschen, welche in der Frontbox viel Platz wegnehmen, können die blauen Flaschen in Europa auf fast jedem Campingplatz und in Einkaufzentren gegen volle ausgetauscht werden.

Eine Flasche hält in der Regel für normales Kochen zwei Wochen.

Damit der Grill von der gleichen Flasche betrieben werden kann, habe ich einen Zweiweghahn mit einem 5 Meter langen Schlauch installiert.

In der Zwischensaison heizen wir mit einem kleinen Keramik-Elektroöfeli. Dabei muss beachtet werden, dass für Campingplätze mit etwas schwachen Stromanschlüssen die Einstellmöglich von 500 - 750 Watt möglich ist. Für das kleine Volumen eines Wohnanhängers reicht dies ohne Probleme. Innert kürzester Zeit ist es wohlig warm im Wohnwagen.

Den Gasofen haben wir mittlerrweilen ausgebaut und haben damit Platz für die Batterie und die Elektronik für den Mover erhalten.

In der Wintersaison gehen wir nicht campieren. Dafür wären dann wirklich die grossen Gasflaschen nötig.

Übrigens haben wir auch unseren Gasgrill zuhause auf diese Flasche umgebaut. So haben wir dauern drei blaue Flaschen im Umlauf.

 

Fernsehen

Auch wir sind älter geworden und haben einen kleinen Fernseher dabei. Dieser enthält bereits einen DBT-Tuner und einen SAT-Empfänger mit welchen eigentlich fast alles empfangen werden kann. DBT ist eine einfache Sache, beschränkt sich in der Schweiz aber aus protektionistischen Gründen auf die öffentlichen Sender. Offenbar  werden im Gegensatz zum Ausland nicht mehr Sender aufgeschaltet. Das Einrichten der SAT-Schüssel ist schon etwas aufwendiger..

Für Zeltplätze mit Fernsehanschluss habe ich ein paar Meter normales Fernsehkabel dabei.

 

Grill

Mit Familie hatten wir einen grossen Grill dabei. Der Aufwand für das Putzen ist aber eher gross. Seit wir zu Zweit unterwegs sind haben wir einen kleinen Grill. Dieser weist einen Deckel auf, welcher als Woke verwendet werden kann, womit auch einfach Eintöpfe gemacht werden können.

siehe auch --> https://www.youtube.com/watch?v=jx4OoPDbkUk

 

Backen

Im Ausland gibt es oft kein gescheites Brot,  insbesondere welches auch länger als einen Tag überlebt. Wir backen zuhause auch unser eigenes Brot.

Dies ist auch beim Campen möglich.

Mit dem Schwedenbackofen, Omnia, kann das mit Backmischung, welche bereits Hefe und Salz enthält, selber bewerkstelligt werden. Diese nehmen wir aber insbesondere ins Ausland von zuhause mit.

siehe auch --> https://www.youtube.com/watch?v=peM3yrl_xJY

Der Ofen kann auch verwendet werden für viele andere Backwaren.

So haben wir für alle Fälle Aufbackbrötchen dabei, welche sich im Ofen schnell fertigbacken lassen.

Im gleichen Ofen haben wir auch schon Haselnusskuchen, gefüllte Tomaten, Ofen-Pommesfrites, Kartoffelgratin, Pizza Calzone, usw. gebacken. Es ist eigentlich alles möglich, was auch zuhause möglich ist. Die Backzeiten entsprechen ungefähr denjenigen wie im Normalen Backofen.

 

Kabelrolle

Für den elektrischen Anschluss haben wir eine Kabelrolle mit 50 m Kabel dabei. Es ist dieselbe Kabelrolle, welche wir auch zuhause benutzen. Damit können wir auf Schweizer Campingplätzen und auf deutschen Campingplätzen über einen Übergangsstecker direkt in die normale Steckdose einstecken. Für den Anschluss an Europa-Stecker haben wir ein Übergangskabel dabei. Für spezielle Fälle haben wir ein vorbereitetes Kabel dabei, an welchem ein vor Ort gekaufter Stecker montiert werden kann.

 

Frisch- und Abwasser

Für die seltenen Fälle, in welchen auf der Parzelle frisches Wasser vorhanden ist, habe ich eine platzsparende Schlauchrolle und jede Menge Übergangsverschraubungen dabei.

Abwasser sammeln wir in einem Behälter und kippen diesen regelmässig in den Ablauf. Schlauchverbindungen haben sich nicht bewährt, da dazu das Gefälle stimmen muss. Zudem darf keine Rückstau entstehen, da die Ablaufleitungen im Wohnanhänger nicht absolut dicht sind.