Camping - Tipps

Die Meinungen und Erfahrungen zum Campieren gehen z.T. weit auseinander. Ich möchte hier unsere Erkenntnisse und Ideen aus 30 Jahren Camping festhalten.

 

Camping - Hotel - Ferienwohnung

Im Gegensatz zum Hotel ist das Campieren wesentlich lockerer. Man kann sich zudem, wenn gewünscht, selber versorgen und kann dem Rhythmus folgen, welcher einem gelegen kommt. Es müssen z.B. keine festen Essenszeiten eingehalten werden.

Zudem muss die Parzelle nicht zwingend von Samstag bis Samstag reserviert werden, dh. man kann unter der Woche anreisen und wieder abreisen.

Die Campingplätze sind in aller Regel an sehr schönen Orten gelegen. Mitten oder am Rand von Naturschutzgebieten, direkt am See, Fluss oder Meer.

Insbesondere für Ferien gemeinsam mit Kindern ist der Campingplatz eine gute Wahl. Die Kinder können sich austoben und die Ferien in vollen Zügen geniessen. Die Eltern müssen nicht dauernd genervt für Ruhe sorgen und der Jungmannschaft hinterher hetzen.

Sind die Kinder einmal draussen ist es auch für Ehepaare insbesondere in der Nebensaison eine gute Option um Ferien zu machen.

Camping hat heute nichts mehr mit spartanischen Ferien zu tun. Wir gehen auf Campingplätze *** oder höher. Hier sind in aller Regel einmalige Bedingungen vorhanden Die sanitären Anlagen sind z.T. sogar aussergewöhnlich grosszügig und schön und in aller Regel sehr sauber.

Wenn möglich, insbesondere für längere Ferien, versuchen wir einen Platz zu erhalten mit Strom, fliessend Frisch- und Abwasser. Und schon fast die Regel hat auch das Internet Einzug gehalten.

Nicht ganz zu vernachlässigen sind die Kosten. Eine Parzelle für einen Wohnwagen, ein Auto und zwei Personen kostet im billigsten Fall so um die Fr. 25.- im teuersten Fall um die Fr. 50.- (Castel Camping einsamster Klasse) pro Nacht.

Eher negativ ist zu vermerken, dass die Rücksichtnahme und die Hilfsbereitschaft in den letzten Jahren sehr gelitten hat. Insbesondere ältere Ehepaare reisen mit dem übergrossen Wohnmobil an, steigen kurz aus um den Strom anzuschliessen und leben für sich alleine. Der Kontakt zu anderen Camper hat so schon stark gelitten.

 

Wohnanhänger - Wohnmobil

Wir sind nach wie vor mit dem Wohnanhänger unterwegs. Diese Art des Campierens hat den Vorteil, dass das Zugfahrzeug für den normalen Gebrauch zur Verfügung steht. Mit diesem kann im Gegensatz mit dem Wohnmobil, auch z.B. mitten in einer Stadt, in einem Parkhaus unter engen Verhältnissen parkiert werden. Auch gibt es heute immer mehr Bereich, z.B. Hafengebiete, Parkanlagen und dergleichen, welche mit einer Höhenbeschränkung versehen sind. Ausflüge, auch weiter als mit dem Fahrrad erreichbar, sind mit dem PW einfach möglich. Die vermeintliche Mobilität mit dem Wohnmobil beschränkt sich damit auf einen schnellen Wechsel des Campingplatzes und der Region. Mit dem installierten Mover und der Markise und entsprechender Vorbereitung ist dies auch mit dem Wohnanhänger mehr oder weniger bequem machbar.

Weiter fährt man nicht gerade mit der ganzen Wohngelegenheit davon, wenn man irgendwohin fahren will. Insbesondere bei unterschiedlichen Interessenlagen nicht zu unterschätzen. Der Wohnwagen bleibt auf dem Campingplatz, wenn jemand z.B. einkaufen geht.

Wir bleiben in der Regel länger auf einem Campingplatz. So gibt es die Gelegenheit die Region etwas intensiver kennen zu lernen und allenfalls Kontakt mit der Bevölkerung und mit den Campingnachbarn zu haben.

Es ist zudem auch eine Kostenfrage. Ein Wohnanhänger kostet um die Fr. 25'000.-, auf dem Occasionsmarkt noch wesentlich billiger. Ein Wohnmobil kostet schnell mal Fr. 80'000.- und wesentlich mehr. Dies für ein paar wenige Wochen Ferien. Zudem benötig ein Wohnmobil einen Unterhalt wie ein PW und die übergrossen Wohnmobile zahlen Schwerverkehrsabgaben und haben wesentlich höhere Autobahnkosten im Ausland.

Trotzdem sind die Wohnmobile ganz klar auf dem Vormarsch. Seit einigen Jahren nimmt der Verkauf von Wohnmobilen rasant zu, derjenige von Wohnwagen bleibt konstant. Insbesondere in der Zwischensaison ist man als Wohnwägeler schon fast ein Exot.

 

Vorzelt

Mit den Kindern hatten wir immer ein Vorzelt dabei. Mit der Familie braucht es einfach Platz.

Seit wir zu Zweit unterwegs sind haben wir ein Sonnenvorzelt mit Glasfaserstangen dabei.

Dieses ist im Gegensatz zu einfachen Sonnensegel sturmfest und kann auch bei unwirtlichen Wetterverhältnissen mit den beiden Seitenwänden noch angenehm sein.

Im Gegensatz zum Vorzelt ist das Sonnenvorzelt innert kürzester Zeit montiert und man haut nur einen Bruchteil der Heringe in den Boden.

Für Kurzaufenthalte haben wir eine Markise mit Seitenwänden installiert. Diese ist allerdings nicht sturmfest, dient aber bei Kurzaufenthalten und bei unsicherem Wetter am Anfang oder Ende eines Aufenthaltes.

 

Sturmband

Ich werde immer wieder belächelt, wenn ich bei schönstem Wetter mein Sturmband montiere. Ich bin aber schon oft froh gewesen. Gibt dieses bei Gewitter oder Sturm doch die Gewissheit, dass das vorne offene Vorzelt auch wirklich stehen bleibt. Echte Probleme haben oft Camper mit Sonnensegel oder mit den fest montierten Sonnenstoren. Diese sind alles andere als Wetterfest.

Das Sturmband besteht aus zwei massiven Winkelprofilheringen, welche ich mit einem Zimmermannshammer in den Boden schlage und einem Spannband, welches ich schön gerade hinter dem vordersten Teil des Sonnenzeltes verlege.

 

Gas

Wir sind unterwegs mit den blauen Gasbehälter von CampingGaz. Davon haben wir immer zwei dabei, dh. wenn eine leer wird, kann diese schnell gewechselt werden. Im Gegensatz zu den grossen Standardgasflaschen, welche in der Frontbox viel Platz wegnehmen und ein grosses Gewicht haben, können die blauen Flaschen in Europa auf fast jedem Campingplatz und in Einkaufzentren gegen volle ausgetauscht werden.

Eine Flasche hält in der Regel für normales Kochen und Grillieren zwei bis drei Wochen.

Damit der Grill von der gleichen Flasche betrieben werden kann, habe ich einen Zweiweghahn mit einem 5 Meter langen Schlauch installiert.

In der Zwischensaison heizen wir mit einem kleinen Keramik-Elektroöfeli. Dabei muss beachtet werden, dass für Campingplätze mit etwas schwachen Stromanschlüssen die Einstellmöglich von 500 - 750 Watt möglich ist. Für das kleine Volumen eines Wohnanhängers reicht dies ohne Probleme. Innert kürzester Zeit ist es wohlig warm im Wohnwagen.

Den Gasofen haben wir ausgebaut und haben damit Platz für die Schuhe erhalten. Anstelle des Ofens habe ich eine Schuhschublade hergestellt, welche in der Lage ist alle unsere Schuhe aufzunehmen.

In der Wintersaison gehen wir nicht campieren. Dafür wären dann wirklich die grossen Gasflaschen nötig.

Übrigens betreiben wir auch unseren Gasgrill zuhause mit diesen Flaschen. So haben wir dauernd drei blaue Flaschen im Umlauf.

 

Fernsehen

Auch wir sind älter geworden und haben einen Fernseher dabei. Leider wurde DBT am 3. Juni 2019 abgeschaltet und auch wir sind auf eine SAT-Anlage angewiesen. Das Einrichten einer SAT-Schüssel ist nicht ganz so einfach. Das finden des richtigen Satelliten ist keine einfache Aufgabe.

Deshalb haben wir uns entschlossen eine automatische SAT-Anlage, Snipe V03, zu kaufen. Das Steuergerät und die Verkabelung habe ich fest montiert. die Antenne stelle ich vor Ort einfach auf das Dach. So habe ich je nach Begebenheit noch die Wahl des Standortes. Ausweichen von überhohen Campern oder Bäumen.

 

Grill

Mit Familie hatten wir einen grossen Grill dabei. Der Aufwand für das Putzen ist aber gross. Seit wir zu Zweit unterwegs sind haben wir einen kleinen Grill von CADAC dabei. Dieser weist einen Grill, eine Grillplatte, eine glatte Platte auf und einen Deckel, welcher als Wok verwendet werden kann, womit auch einfach Eintöpfe gemacht werden können. Allerdings kann auf den Grill auch eine normale Pfanne gestellt werden. Die Grillplatte hat die Grösse eines Tellers und kann einfach mit dem Geschirr zum Spülen mitgenommen werden.

Die neuste Ausführung ist mit einem Piezo zum Zünden und als Option mit Beinen vorhanden.

siehe auch --> https://www.youtube.com/watch?v=jx4OoPDbkUk (allenfalls Link in Browser übernehmen)

 

Backen

Im Ausland gibt es oft kein gescheites Brot,  insbesondere welches auch länger als einen Tag überlebt. Oft ist es bereits am nächsten Tag "gummig". Uebrigens auch zuhause in der Schweiz. Wir backen auch zuhause unser eigenes Brot.

Dies ist auch beim Campen möglich. Dies hat zudem den Vorteil, dass das Herstellen des Brotes besser auf den Brotkonsum abgestellt werden kann. Es kann auch am Sonntag kurz ein Brot gebacken werden.

Mit dem Schwedenbackofen, Omnia, kann das mit Backmischung, welche bereits Hefe und Salz enthält, selber bewerkstelligt werden. Diese nehmen wir insbesondere ins Ausland abgewogen von zuhause mit.

Früher habe ich den Teig von Hand geknetet. Heute habe ich eine kleine Handknetmaschine dabei.

Ich knete jeweils ein halbes Kilogramm Mehl und 2.5 dl Wasser, welches ich auf zwei Brote aufteile und in den Omnia-Backofen lege. Nach 10 Minuten auf voller Leistung und ca. 45 Minuten auf minimaler Leistung ist das Brot parat. Die Zeiten können je nach Herd variieren. Wer eine gute Nase hat kann den richtigen Zeitpunkt riechen.

siehe auch --> https://www.youtube.com/watch?v=peM3yrl_xJY (allenfalls Link in Browser übernehmen)

 

Der Ofen kann auch verwendet werden für viele andere Backwaren.

So haben wir für alle Fälle Aufbackbrötchen dabei, welche sich im Ofen schnell fertig backen lassen.

Im gleichen Ofen haben wir auch schon Haselnusskuchen, Tirolerkuchen, gefüllte Tomaten gefüllte Peperoni, Ofen-Pommesfrites, Kartoffelgratin, Pizza, Pizza Calzone, Guiche und vieles mehr gebacken. Es ist eigentlich alles möglich, was auch zuhause möglich ist. Die Backzeiten entsprechen ungefähr denjenigen wie im normalen Backofen.

Damit nichts anklebt gibt es eine Silikonschale, welche eingelegt werden kann und Backspräy mit welchem die Backform oder die Silikonschale eingesprayt werden kann. Damit die Sache überwacht werden kann, habe ich einen Thermometer von OutdoorChef montiert.

Kochen

Das Frisch- und Abwasser muss in aller Regel hin- und wieder weggetragen werden. Daher macht es keinen Sinn, z.B. Nudeln, Kartoffeln und Gemüse in Wasser zu kochen.

Ich mache in aller Regel Eintöpfe. Fleisch, Gemüse und was auch immer wird nacheinander entsprechend der Kochzeit in die Pfanne getan.

Das Wasser wird in kleinen Raten dazu gegeben. Nachteil: das Essen muss laufend überwacht werden, so dass es nicht anbrennt und so dass nicht am Schluss zuviel Wasser enthalten ist.

Spagetti werden dafür halbiert.Bandnudeln verwende ich die kurzen.

Die Kochzeit verlängert sich dadurch etwas. Dafür muss anschliessend nur eine Pfanne abgewaschen werden.

 

Eine gute Sache ist auch Pfannenpizza. Ich habe ab und zu Lust auf Pizza und zwar nicht die dürren italienischen, sondern die reich mit Tomaten und was auch immer belegten. Die meisten haben keinen Backofen dabei und im Omnia-Bachofen ist eine Pizza zwar möglich aber eher umständlich.

Der Pizzateig wird in eine beschichtete Pfanne gelegt und nach Wunsch mit was auch immer belegt.

Bei zugedeckter Pfanne wird 5 Minuten bei voller und ca. 20 Minuten bei reduzierter Leistung gebacken. Gegen Ende der Backzeit zwischendurch mit einer Holzkelle prüfen wie der Boden der Pizza aussieht.

 

Kabelrolle

Für den elektrischen Anschluss haben wir eine Kabelrolle mit 50 m Kabel dabei. Es ist dieselbe Kabelrolle, welche wir auch zuhause benutzen. Damit können wir auf Schweizer Campingplätzen und auf deutschen Campingplätzen über einen Übergangsstecker direkt in die normale Steckdose einstecken. Für den Anschluss an Europa-Stecker (heute fast immer Standard) haben wir ein Übergangskabel dabei. Für spezielle Fälle haben wir ein vorbereitetes Kabel dabei, an welchem ein vor Ort gekaufter Stecker montiert werden kann.

Wenn geheizt wird, muss das Kabel von der Rolle abgerollt werden.

 

Frisch- und Abwasser

Wenn möglich fülle ich den Wassertank mit einem Schlauch, sonst mit einem flexiblen 12 l Behälter.

Wasser, welches wir als Trinkwasser verwenden füllen wir im Sanitärgebäude in eine PET-Flasche. Wasserbehälter, Leitungen in und ausserhalb des Wohnwagens, sind nicht immer über alle Zweifel erhaben.

Abwasser sammeln wir in einem Behälter und kippen diesen regelmässig in den Ablauf. Schlauchverbindungen haben sich nicht bewährt, da dazu das Gefäll stimmen muss. Zudem darf keine Rückstau entstehen, da die Ablaufleitungen im Wohnanhänger nicht absolut dicht sind.